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Cinematz / Film & TV

Das Method Acting


Method Acting ist ein Schauspieltraining nach der Arbeit von Lee Strasberg und dessen Nachfolgern.

Das Ziel von Method Acting ist es, Schauspieler so auszubilden, dass sie jede schauspielerische Aufgabe erfüllen können und dabei echte Gefühle auf der Bühne oder vor der Kamera erleben und diese auf theatralisch wertvolle Weise ausdrücken können.
Der Schauspieler wird befähigt, zuverlässig und wiederholbar die Situation des Charakters in der Szene wirklich zu erleben, immer wieder mit der gleichen Spontaneität und Überraschung wie ein Mensch im wirklichen Leben. Eine ausgewogene Balance zwischen Kontrolle und Impulsivität wird durch einen konkreten künstlerischen Schaffensprozess gesteuert.
Method Acting ist ein konkreter Weg, als Schauspieler zu arbeiten. Der Schauspieler erlernt jedes vorstellbare Gefühl unter noch so schwierigen Bedingungen verlässlich hervorzurufen. Authentische Gefühle werden im Moment der Aufführung erlebt. Das ist möglich, weil die Gefühle durch Erlebnisse und Erinnerungen aus dem eigenen Leben ausgelöst werden. Diese Erlebnisse werden durch klare Techniken zugänglich gemacht. Der Vorgang ist jederzeit wiederholbar. Der Schauspieler kann so die Rolle tatsächlich erleben. Der Zuschauer wird zum Augenzeugen dessen was in der Szene geschieht, denn in gewisser Weise passiert es gerade jetzt im Moment dem Schauspieler.
Ein systematisches Training der Schauspieler ist Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung. Die Methode basiert im Wesentlichen auf einem Entspannungstraining, auf der Schulung aller Sinne, sowie des emotionalen Gedächtnisses und der Konfrontation und Bewältigung persönlicher Ängste und Hindernisse. Keine andere Schauspiellehre hat jemals so weitreichende Erfolge in Theater und Film erzielen können, wie die Schauspieler des Actors Studios und die Schulen Strasbergs und seiner Nachfolger.
Die Ansätze von Stanislavsky und Strasberg lösen das Grundproblem der Schauspielkunst: nämlich leidenschaftlich voll Gefühl zu sein und gleichzeitig diesen Prozess so steuern zu können, dass die Vorgaben der Szene, bzw. des Autors erfüllt werden. Der Streit darüber, wie der Schauspieler Leidenschaft und Kontrolle über die Gefühle erlangt, beschäftigt Schauspieler seit der Antike. Der Schauspieler Polus nahm die Asche seines verstorbenen Sohnes auf die Bühne mit, um die Trauer vor den Überresten des Orest wirklich zu empfinden.(Gewissermaßen war er der erste aktenkundige Method Actor!). Der Streit Empfindung kontra Nachahmung beschäftigte Schauspieler aller Zeiten. Einige gaben sich mehr dem Gefühl hin andere spielten die Gefühle auf Grund von Beobachtung nach, um Kontrolle zu bewahren. Method Acting hebt gewissermaßen den Grund für diese Spaltung auf. Der Schauspieler arbeitet mit echten Gefühlen und erlangt in dieser Methode genug Kontrolle, den Prozess zu steuern.
Das Grundprinzip von Method Acting ist einfach mit drei Fragen zu fassen:
· Wie fühlt der Charakter in der Szene?
· Was hat bei mir ähnliche Gefühle ausgelöst?
· Wie kann ich diese Umstände für mich real machen?
Besonders wichtig ist die Frage, wie die Umstände real gemacht werden. Dies ist der eigentliche künstlerische Prozess. Es gibt einfache konkrete Techniken, um diese Erlebnisse aus dem eigenen Leben für den Darsteller real zu machen. Es ist eine Voraussetzung für den Schauspieler, einen klaren Weg zu haben, um wirklich künstlerisch einen Anspruch erheben zu können.
Doch bevor ein Schauspieler diese Techniken einsetzen kann, müssen oft viele Blockaden und Ängste bewältigt werden. Auch hier gibt es hunderte von klaren Übungen. Entspannung, innere und äußere Aufmerksamkeit, Selbstbewusstsein, emotionale Berührbarkeit, Konzentration und Vorstellungskraft sind essenzielle Ausbildungsbereiche des instrumentellen Schauspieltrainings. Gerade in diesen Bereichen haben einige Schüler Strasbergs wichtige Erweiterungen entwickelt.
Selbstverständlich ist auch Stimmtraining und Bewegungstraining essenzieller Bestandteil der Ausbildung. Ziel des instrumentellen Trainings ist, dass der Schauspieler befähigt wird, seine eigenen Gefühle aus der Entspannung heraus auszudrücken, in dem Maße, in welchem er sie fühlt. Er wird aufmerksam sowie berührbar nach innen und außen und lernt sich jedem Gefühlsbereich auszusetzen. Zugleich muss die Stimme gestärkt werden und der Körper beweglich und ausdrucksstark trainiert werden. Wenn diese Grundlagen erarbeitet sind, können Techniken wie Sense Memory (sinnliche Erinnerung) oder Imaginäre Monologe tatsächlich jede schauspielerische Aufgabe erfüllen helfen.
Für Strasberg wurde ein Satz aus Shakespeares Hamlet zum Ansporn und Ziel:
"... dass der Spieler hier Bei einer bloßen Dichtung, einem Traum Der Leidenschaft, vermochte seine Seele Nach eigenen Vorstellungen so zu zwingen."