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Textosteron - Aphorismen

Erkenntnis eines Selbstversuchs: Wenn man jahrzehntelang Muskeln frisiert, darf man sich nicht wundern, wenn man reichlich Haare lässt...
Das Leben ist nichts anderes als ein unnatürliches Flimmern auf dem Bildschirm der Ewigkeit.
Politik ist die hohe Kunst, Probleme zu lösen und dabei immer wieder neue zu schaffen...
Wir streben nach dem Unerreichbaren und verhindern so die Verwirklichung des Möglichen.
Man sollte die Dinge so nehmen, wie sie kommen. Aber man sollte auch dafür sorgen, dass sie so kommen, wie man sie nehmen möchte.
Erfolg im Leben ist etwas Sein, noch mehr Schein und sehr viel Schwein.
Genesung heißt nichts anderes, als dass man wieder alles zu sich nehmen kann, was einem nicht bekommt.
Man weiß selten, was Glück ist; aber man weiß meistens, was Glück war.
Die Menschen trauern zuviel um eines kleinen Abschiedes willen, und dabei versäumen sie, den aufregenden, notwendigen Beginn des Neuen zu bemerken.
Abgesehen davon, dass man ihnen nicht ins Auge sehen kann, verursachen verschleierte Tatsachen von jeher schon
größeres Aufsehen als nackte.
Glück ist nur die Illusion eines Augenblicks.
Aphorismen sind Stoßgebete der Atheisten; Geistesblitze, die fromme Illusionen erschlagen. Aphoristiker opfern das ganze Wetter für einen einzigen Blitz.
Die geschäftigsten Leute finden die meiste Muße, selbst in einer Zeit,
in der sie nicht einmal Zeit hätten, sich welche zu nehmen.
Dem Aphoristiker ist jedes Sprichwort sanierungsbedürftig.
Poetik des Aphorismus: Ein widerspenstiger Gedanke kroch aus dem Kontext davon, um sich in der freien Luft in einen Aphorismus zu verwandeln.
Vorsicht, Einfallgefahr! Aphorismen sind die ruinöseste Art des Denkens.
Sie blockieren Einbahnstraßen und bringen Fassaden ins Wanken.
Man muss lernen, Fakten aus dem Dampf von Nuancen zu kondensieren.
Jung sein ist ein Fehler, der mit jedem Tag geringer wird.
Wer sich zu groß fühlt, um kleine Aufgaben zu erfüllen, ist zu klein, um mit großen Aufgaben betraut zu werden.
Ich glaube an das Gute im Menschen, rate aber, sich auf das Schlechte in ihm zu verlassen.
Vielleicht kriegen wir nie, was wir wollen und wovon wir träumen. Hauptsache, wir kriegen nie, was wir verdienen.
Die Ungebildeten haben das Unglück, das Schwere nicht zu verstehen; dagegen verstehen die Gebildeten häufig das Leichte nicht, was ein noch viel größeres Unglück ist.
Wie kann ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?
Sprechen ist das Resultat materialisierter Gedanken.
Ich habe gelernt, dass die Bäume ein bisschen auseinander stehen sollten, damit der Wind durchwehen kann. Nicht aufeinander hocken, sondern sich auch eine Zeit der Sehnsucht geben.
Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann.
Mögen täte ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht getraut.
Einen hoch, Würden? Auch Mönche in ihren Kutten rennen, wenn sie das Haus der Nutten kennen.
Die meisten Menschen wollen lieber ihre Illusion von Freiheit genießen, statt einsehen zu müssen, dass ihre Freiheit eine Illusion ist.
Einen Vorteil hat der Umgang mit Riesenarschlöchern: Man braucht ihnen nicht in den Hintern zu kriechen - es reicht schon in ihr Gesicht zu schauen.
Wenn man einen Sumpf trockenlegen will, darf man damit nicht die Frösche beauftragen.
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
Ich sage dem Krokodil erst dann, dass es hässlich ist, wenn ich den Fluss überquert habe.
Die Genitalien sind der Resonanzboden des Gehirns.
Manches von der heutigen Musik sollte statt auf einer CD eher mit einem Seismographen aufgenommen werden.
Je mehr du dich mit dir selbst beschäftigst, desto weniger bist du es wert, bemerkt zu werden.
Die Sorge ums eigene Talent gleicht der Sorge um die eigene Körpergröße - sie ist der Versuch, sich jener Vorrechte zu bemächtigen, die von den Göttern längst ausgeübt worden sind.
Am Anfang gehören alle Gedanken der Liebe. Später gehört dann alle Liebe den Gedanken.
Konkurrenten sind die Sprossen deiner Karriereleiter: trete drauf!
Idioten sind eine weise Einrichtung der Natur, die es den Dummköpfen erlaubt, sich für klug zu halten.
Bei manchen Leuten ist das Nasebohren der einzige Beweis, dass sie gelegentlich in sich gehen.
Ein Zyniker weiß von allem den Preis, aber von nichts den Wert.
Gestern stand ich noch vor dem Abgrund - heute bin ich schon einen Schritt weiter.
Wir alle leben unter dem selben Himmel...
Wir haben aber nicht alle den gleichen Horizont.
Der beste Lügner ist derjenige, der mit den wenigsten Lügen auch noch am längsten auskommt.
Viele, die ihrer Zeit voraus waren, mussten in unbequemen Unterkünften auf sie warten.
Intelligenz ist jene Eigenschaft des Geistes, dank derer wir schließlich begreifen, dass alles unbegreiflich ist.
Ich habe es satt, die Menschen zu durchschauen.
Es ist so leicht - und doch führt es zu nichts.
Tanzen ist ein vertikaler Ausdruck für ein horizontales Verlangen.
Die Wirklichkeit unseres gesamten Lebens kann niemals die volle Wahrheit sein.
Beleidigungen sind die Argumentre jener, die über keine Argumente verfügen.
Der Wunsch, klug zu erscheinen, hindert einen oft daran, es zu sein.
Illusionen sind das, was ein Mann bisweilen noch vor seinen Haaren verliert.