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Rondays 2005



» Ron's musical resume

SLUTFREAX Band-History

Im Frühjahr des denkwürdigen Jahres 2004 saß der zuständige Sachbearbeiter für die "Anträge zur finanziellen Unterstützung der Buchstaben S-W" im Wohnungsamt Hamburg wie immer in seiner Schreibstube und wartete auf Kundschaft. Hereingetorkelt kam ein Typ, vermeintlich sympathisch, mit dem gewissen Blick für das nicht Unmögliche. Es stellte sich heraus, dass dieser in den Ruin getriebene Bauunternehmer im tiefbohrenden Grunde seines Herzens ein Rocker war. Ein Rocker wie eben jener Sachbearbeiter, dem seine langen, dunklen Haare ständig in den Becher mit kaltem Kaffee fielen.
Schnell war man sich darüber einig, dass es irgendwas Besseres geben musste, als den ganzen Tag auf einem rollenden Stuhl herumzurutschen und sich nach Strich und Faden verarschen zu lassen; der Mann vom Amt spielte Gitarre, hörte gerne Punk und AC/DC, und der ehemals zig Millionen Euro umsetzende Unternehmer trommelte gern zu harten Rock-Riffs. Und so nahm dann dieser sehr selten breite Amtmann den Telefonhörer in die Hand, ließ einige Kontakte spielen und besorgte dem trotzigen Trommler einen Hiwi-Job in einer Süßwarenfabrik, Zuckersäcke schleppen. Der pure Zufall wollte es sodann, dass der gestriegelte Vorarbeiter dieser Fabrik unter dem edelfeinen Zwirn sein wahres "Alter Ego" verbarg: flammende Seele für HARD'N'HEAVY - ein Mann fürs Langholz, der sich nach Feierabend Ofenrohr-große Ohrringe wieder reinhängt und sich ebenfalls ein abwechslungsreicheres Leben vorzustellen vermag, als tagein, tagaus von "Nine to Five" die Stechuhr zu quittieren.
Einige Tage später stürzte zudem ein total aufgelöster, anscheinend stark depressiver Kerl ins Amt und bat den netten Mann von Amts wegen um Hilfe. Nach einer guten, kalten Tasse Was-auch-Immer erzählte dieser Bube vom Stamme der langhaarigen Eidgenossen, der in seinem früheren Leben einige Tonträger mit den Metallern von HARDWARE veröffentlichte, seine Geschichte, und für den amtsmüden Mähnen-Mann stand fest: Das muss er sein, der wilde Noten speiende Vokalist, den ich brauche, um hier rauszukommen. Besagter Krakeler brachte nebenbei noch seinen Psychotherapeuten mit ins Spiel, der Anfang der 90er in den USA mit der Band NITRO eine halbe Million Einheiten verkaufte und wie verhext den 6-saitigen Rockschlitten reitet - hart, rasant und heftig, aber dennoch mit gaaaanz viel Gefühl!
Von jetzt an gab es nur noch eins: das GET-TOGETHER dieser augenscheinlich so unterschiedlichen Typen, die allerdings etwas Wesentliches und Entscheidendes gemeinsam haben: die Liebe zu schnörkellosem ROCK`N`ROLL!!!
Und so zogen die fünf (vor-)lauten Burschen los, um ihren neuen "gruppalen Infekt" ausgiebig zu feiern - im sündigen Vergnügungsviertel der hanseatischen Metropole.
Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt:
Als uniformierte Sicherheitskräfte einige Tage später die Tür einer billigen Kiez-Absteige eintraten, bot sich ihnen ein Bild des Grauens und der Verwüstung; Unsere fünf Musterknaben - derweil gnadenlos ausgepowert und abgezockt - lagen im kollektiven Delirium mit unzähligen verruchten Damen des horizontalen Gewerbes.
Einziger Kommentar eines australischen Rucksack-Touristen, der zufällig Augenzeuge dieses Vorfalls wurde: " My gosh, these guys must be real SLUTFREAX!"
Er hatte verdammt Recht.